Atmen
Bist du eher ein Einatem- oder ein Ausatemtyp?
Italiens genesener Covid Patient 1 wurde gefragt, was das schönste sei, nachdem er wieder gesund ist. Er antwortete: „Das Schönste? Der Moment, an dem ich wieder zu atmen begann…“
Vortrag 2008 auf der Gesundheitsmesse Wels
ab Minute 12:00 Anleitung zur Atemerfahrung
Leider sind wir uns unseres Atems nicht bewusst. Einfach deswegen weil er so selbstverständlich ist. Der Atem begleitet uns seit unserer Geburt. Seit dem Zeitpunkt, als wir von der Nabelschnur getrennt worden sind. Es begann alles mit unserem ersten Einatmen und unser Leben endet mit dem letzten Ausatemzug.
Dazwischen liegen täglich ca. 23.000 Atemzüge. Die Atmung läuft unwillkürlich ab. Wir brauchen uns nicht darum zu kümmern. Der Atem kommt, der Atem geht in seinem Rhythmus. Das Besondere an unserer Atmung ist, dass es keinen anderen Körpervorgang gibt, den wir willentlich beeinflussen können. Das heißt wir können ganz bewusst auf unseren Atem einwirken. Zum Beispiel wenn wir Stress haben, können wir mit dem Entspannungsatem unser System wieder beruhigen.
Zu dem drückt sich jede Art von Gefühl in unserem Atem aus. Wenn wir Freude empfinden, atmen wir anders, als wenn wir wütend sind. Wenn wir traurig sind und weinen haben wir einen anderen Atemfluss, als wenn wir Angst haben.
Wusstest du?
Es gibt eine Einatemhemmung und eine Ausatemhemmung.
Einatmen hat mit „nehmen, haben wollen“ zu tun. Wir sind eine Einatemgesellschaft. Dies spiegelt sich in unserer Konsumgesellschaft wider.
Ausatmen hat mit „loslassen, hergeben“ zu tun.
Hast du eher eine Einatem- oder eine Ausatemhemmung? Kannst du schwer nehmen oder schwer (her)geben, loslassen?
Wir atmen meist alle zu flach. Das heißt vorwiegend in unserem Brustkorb. Das ist die sogenannte „Stressatmung“.
Wenn wir unseren Körper mehr entspannen, dann darf sich auch der Atem in unserem Körper mehr ausdehnen und weit werden.
natürlich fließender Atem, Atemimpulse:
beobachte einmal, wie dein Atem kommt, wie er in deinem Körper einströmt und wie er deinen Körper wieder verlässt. Vielleicht kannst du auch Veränderungen wahrnehmen, wenn sich deine Gefühle verändern. Alles, wirklich alles spiegelt sich in deinem Körper und in deinem Atem wider.
Gehe auch deinen natürlichen Atemimpulsen wie gähnen, niesen, husten, seufzen nach. Dabei kommt dein Zwerchfell, dein Hauptatemmuskel, in Schwingung. Wenn du deine natürlichen Atemimpulse unterdrückst, verhinderst du, dass dein Zwerchfell in Schwingung kommt.
Anleitung Einatmen – Ausatmen
verbundener Atem:
beim verbundenen Atem gehen der Einatem- und der Ausatem ineinander über. Unsere natürliche Atempause fällt weg. Diese Atemmethode ist bewusstseinserweiternd. Der Atem wirkt hier wie eine natürliche Droge. Blockaden (körperliche: Verspannungen und Schmerzen; geistige: Glaubenssätze;
emotionale/seelische: ungelebte, verdrängte Gefühle, Verletzungen, Schmerz…) werden aufgelöst. Der Atem darf tiefer gehen. Ein allgemeines Wohlbefinden, ein Entspannungszustand, Gelassenheit, innerer Friede, Ruhe uvm begleiten den Ausgang der Atemsitzung.
Führe diese Methode nur in Begleitung einer Person durch, die in der Prozessarbeit erfahren ist. Du kommst mit dieser Atemmethode zu sehr tiefen Themen. Du kannst damit auch Erfahrungen aus der pränatalen Zeit in dein Bewusstsein bringen.
Mit Hilfe des bewussten verbundenen Atems können wir unsere Lebensenergie erhöhen, unsere Kraft stärken und unsere Entspannung fördern.
Integrative Atemarbeit:
Die Integrative Atemarbeit nutzt die heilsame Kraft des Atems, um Lebensthemen ins Bewusstsein zu bringen und zu integrieren, damit sie im Leben nicht mehr als blockierend erlebt werden.
Atemarbeit ist Bewusstseins- und Heilarbeit.
Die Integrative Atemarbeit ist hilfreich
- um Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken
- bei psychosomatischen Problemen
- um emotionale Belastungen aufzulösen und emotionale Verletzungen zu befreien
- zur Entspannung, zum Stressabbau und zur Burnout-Prävention
- um Achtsamkeit, bewusste Präsenz und Klarheit zu bringen
- um Freude, Kraft und Lebendigkeit in den Alltag zu bringen
- um die Kommunikation in Freizeit und Beruf zu verbessern
- um liebevolle Beziehungen zu leben
- bei Atemeinschränkungen
Kohärentes Atmen:
beim kohärenten Atmen sind der Einatem- und der Ausatemzug gleich lang. Es entsteht eine Druckwelle durch die Zwerchfellatmung. Das Zwerchfell entlastet damit die Pumpleistung des Herzens. Wenn wir gleichmäßig atmen, dominiert die Atmung unseren Herzschlag. Wir sprechen von einer Atem-Herz-Kohärenz (=Zusammenspiel).
positive Wirkung auf unseren Organismus:
- Blutdruck niedriger
- Energieverbrauch sinkt
- Verlangsamung des Alterns – Jungbrunnen
- Verbesserung der Immunabwehr
- Verringerung von Ängsten und Depressionen
- Anforderungen des Lebens emotional besser bewältigbar
Entspannungsatem:
beim Entspannungsatem atmest du durch die Nase ein und über die schmale Mundöffnung (=Lippenbremse) atmest du aus. Die Verlängerung des Ausatems wirkt entspannend auf allen Ebenen: auf Körper, auf Geist und auf Seele.
Anleitung Entspannungsatem
Atem-Bewegung-Stimme:
Als Säuglinge und Kleinkinder sind wir sehr körperliche Wesen. Wir lernen über unseren Körper. Im Laufe der Erziehung tritt der Körper in den Hintergrund und der Verstand wird vorherrschend. Mit Hilfe der Übungen aus der IAG lernen wir (wieder) über unseren Körper neue Verhaltensweisen und lassen alte Muster los.
Methode: bioenergetische Übungen, Übungen verschiedener Atemschulen
Die Übungen dienen der Erdung, der Zentrierung, der Abgrenzung, zur emotionalen Entlastung, dem Spüren der eigenen Kraft und Körperlichkeit.
Der Zugang ist hier ein spielerischer und die Freude am Tun stehen im Vordergrund.
Die einzelnen Übungen sind einfach auszuführen und für alle Altersgruppen geeignet. Sie haben sich bestens bewährt bei
- Atemeinschränkungen (Asthma, COPD,….)
- Neigung zu Erkältungskrankheiten
- körperlichem und psychischem Stress
- akuten und chronischen Verspannungen
- Unruhe, Konzentrationsmangel, Schlaflosigkeit
- chronischer Introvertiertheit, leiser Stimme
- Isolationsgefühlen und Depressionen
- Burn-out-Prophylaxe
Wechselatmung:
wechselweise wird durch eines der beiden Nasenlöcher geatmet.
Diese Methode hilft, die Energiequalitäten auszugleichen: männlich – weiblich.
- nimm eine entspannte und aufrechte Sitzhaltung ein und beobachte deinen natürlichen Atemfluss
- schließe mit dem rechten Daumen das rechte Nasenloch und atme langsam und vollständig durch das linke Nasenloch ein
- schließe mit dem rechten Ringfinger das linke Nasenloch (öffne rechts) und atme langsam durch das rechte Nasenloch aus
- Atme danach wieder durch die rechte Seite ein und – indem du mit dem rechten Daumen die rechte Nasenseite schließt (links öffnen) – links aus
Überblick:
– links einatmen, rechts ausatmen danach
– rechts einatmen, links ausatmen
20 verbundene Atemzüge:
diese Übung bringt in kurzer Zeit Frische und Klarheit und lässt damit auch Spannungen abfließen
Es sind 4 kurze Atemzüge (Ein- und Ausatem) und 1 langer Atemzug, ohne Atempause: es entsteht ein Atemkreis: Ein- und Ausatem werden miteinander verbunden
Wiederhole 4 kurze Atemzüge und 1 langen Atemzug 4mal
atme dabei ganz entspannt, ohne Druck, ohne zu forcieren
schließe diese Übung ab, indem du deinen Atem noch für ein paar Atemzüge beobachtest
„Richtig atmen, entspannt leben!“
Im März 2014 wurde ich von der Zeitschrift „Die Oberösterreicherin“ interviewt. Den Artikel „Richtig atmen, entspannt leben!“ kannst du hier nachlesen: